Spielregeln - Wasserball für Kinder
Dieses Regelwerk gilt für Kinder im Alter bis 11 Jahren, der E-Jugend, und kommt bei den Mini-Ligen zur Anwendung.
Die Unterschiede zu den Regeln des großen Sportspieles bestehen einerseits in den kleineren Dimensionen (kleines Spielfeld, kurze Spielzeit, kleiner Ball usw.) und andererseits grundlegenden Regelvereinfachungen.

Die Regeln von MiniWasserball sind sowohl im schultertiefen als auch im schwimmtiefen Wasser dieselben. Die Regeln sind hier so verfasst, dass auch ein Laie schnell mit seiner Schwimmgruppe beginnen kann - daher auch einige Tipps und Hinweise im Text.

Zu den Spielregeln des großen Spieles
Zur Kurzfassung für Wasserballer

Mannschaften
Eine Mannschaft besteht aus fünf Feldspielern und einem Torwart. Alle Spieler einer Mannschaft tragen gleichfarbige Kappen mit Ohrenschützern, nur die Torwarte tragen rote Kappen. Alle Spieler müssen kurzgeschnittene Fingernägel haben. Die Anzahl von Mädchen und Jungen in einem Team ist egal.
Ein Schiedsrichter leitet das Spiel. Nach einem Torerfolg müssen alle Spieler einer Mannschaft wieder in ihre Spielfeldhälfte zurückkehren. Das Spiel beginnt wieder mit dem Pfiff des Schiedsrichters.

Während des Spieles kann jederzeit in einer eigenen Spielfeldecke durch Abklatschen gewechselt werden. Der beste Zeitpunkt zum Wechseln ist nach einem Torerfolg.

Spielzeit
Die Spielzeit beträgt 2 mal 8 Minuten durchgehender Spielzeit. Die Pause dauert etwa zwei Minuten. In der Pause wechseln die Mannschaften die Seiten.
Spielfeld
Das Spielfeld sollte zwischen 15 und 20m lang sein. An der Längsseite sind die Zwei-Meter- und die Mittellinie markiert. Die Tore sind zwei Meter breit und 90cm hoch und befinden sich in der Mitte der Querseite. Die Mannschaftsecken befinden sich gegenüber vom Schiedsrichter.
Achtung: Es gibt beim MiniWasserball keine Fünf-Meter-Linie. Alle Regeln, die sich im großen Sportspiel um diese Linie ranken, gelten hier nicht.

Spielbeginn
Das Spiel beginnt (am Anfang und nach der Pause) mit dem "Anschwimmen":
Beide Mannschaften stellen sich neben dem Tor an ihrer Grundlinie auf. Bei Handzeichen und Pfiff des Schiedsrichters schwimmen die SpielerInnen in Richtung Spielfeldmitte, wo der Ball vom Schiri eingeworfen wird.
Nach einem Torerfolg wird ein Mittelanstoss gespielt. Vorher muss jede Mannschaft in ihre eigene Spielfeldhälfte schwimmen.

Der schnellste Spieler der Mannschaft sollte beim Anschwimmen auf der Seite des Schiris starten, um den Ball schnappen zu können.

Fehler
Ein einfacher Fehler wird mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft geahndet.
Ein persönlicher Fehler wird für den betreffenden Spieler mit einer Zeitstrafe geahndet. Der Spieler muss für zwanzig Sekunden in die Mannschaftsecke schwimmen und dort warten, bis er wieder in das Spiel hineingewunken wird oder ein Tor fällt.

Ballbehandlung
Einfacher Fehler: Es ist nicht erlaubt, den Ball vollständig unter Wasser zu drücken.
Beachte: Hält ein Angreifer den Ball mit der Hand von oben und ein Verteidiger drückt mit seiner Hand den Ball mit der Hand des Angreifers unter Wasser, so erhält der Verteidiger einen Freiwurf.
Diese Regel muss jeder Spieler kennen!

Einfacher Fehler im flachen Wasser: Es ist nicht erlaubt, den Ball mit beiden Händen zu werfen. Er darf jedoch mit beiden Händen berührt werden.
Einfacher Fehler im tiefen Wasser: Der Ball darf von keinem Feldspieler mit beiden Händern berührt werden.
Ausnahme: Der Torwart darf immer beide Hände einsetzen.

Einfacher Fehler: Es ist nicht erlaubt, mit dem Ball in der Hand zu laufen. (Gilt natürlich nur bei einem Spiel im schultertiefen Wasser.)
Beachte: Das Wasser sollte so tief sein, dass es den Spielern nicht möglich ist, weit aus dem Wasser zu springen. Sollte dies der Fall sein, muss der Schiedsrichter übertriebenes Springen ahnden.

Einfacher Fehler: Verlässt der Ball über eine Seitenlinie das Spielfeld, hat die gegnerische Mannschaft am Spielfeldrand einen Freiwurf.

Einfacher Fehler: Es ist nicht erlaubt, zwei Meter vor das gegnerische Tor schwimmen, ohne den Ball zu führen.

Fangen mit beiden Händen. Werfen mit einer Hand. Tore schießen!
Um den Ball kämpfen
Einfacher Fehler: Ein Spieler, der den Ball nicht hält, darf nicht angegriffen werden.
Beachte: Wird ein Angreifer im Ballbesitz angegriffen, erhält er erst einen Freiwurf, wenn er den Ball nicht mehr in der Hand hält.
Diese Regel ist grundlegend für das Wasserballspiel.
Torabwurf und Eckball
Verlässt der Ball über eine Torlinie das Spielfeld und
- hat ein Spieler den Ball zuletzt berührt, erhält der verteidigende Torwart einen Freiwurf,
- hat der Torwart der verteidigenden Mannschaft den Ball zuletzt berührt, erhält die angreifende Mannschaft einen Freiwurf aus der Spielfeldecke (Eckball). Der Eckball darf zwei Meter von der Grundlinie an der Seitenlinie ausgeführt werden.
Verboten:
Der Spieler ohne Ball darf nicht angegriffen werden.
Erlaubt:
Der Spieler mit Ball in der Hand darf angegriffen werden.
Unfein und verboten:
Absichtlich spritzen.

Persönliche Fehler
Spielt ein Spieler übertrieben hart um einen Ball, wird gegen ihn eine Zeitstrafe verhängt. Persönliche Fehler sind auch das Ziehen und Schubsen des Gegners und das absichtliche Spritzen. Der Schiedsrichter hat hier einen Ermessungsspielraum.
Der Torwart begeht einen persönlichen Fehler, wenn er sich im Spiel von der Wand hinter dem Tor abstößt oder wenn er außerhalb des Zwei-Meter-Raumes den Ball mit zwei Händen wirft.

Hinweis: Da es keine 5m-Linie gibt, können auch keine Strafwürfe vergeben werden. Persönliche Fehler werden ausschließlich mit einer Hinausstellung bestraft.

Schwere persönliche Fehler
Bei Beleidigungen, unfairem Verhalten oder unangemessenem und brutalem Spiel kann der Schiedsrichter einem Spieler die Teilnahme an dem Spiel verbieten. Die Mannschaft darf einen Ersatzspieler nach 20 Sekunden weiterspielen lassen.
F-Jugend
Die F-Jugend spielt nach denselben Regeln. Allerdings ist hier das Spielfeld nochmal kleiner (etwa 10m lang) und die Tore sind schmaler. Außerdem sollte mit einem Feldspieler weniger gespielt werden.
Schiedsrichterzeichen
-    Anschwimmen zum Spielbeginn: Pfiff und Senken des Armes.
-    Einfacher Fehler: Pfiff und Zeigen mit dem Arm in Angriffsrichtung. Der Schiedsrichter kann durch entsprechende Regeln seine Entscheidung begründen, z.B. bei Ball-unter-Wasser oder Zwei-Meter.
-    Persönlicher Fehler: Zwei Pfiffe, der Schiedsrichter zeigt auf den betreffenden Spieler, weist in die Spielfeldecke und zeigt die Kappennummer des Spielers mit den Fingern (eine geballte Faust entspricht der 10).
-    Torerfolg: Der Schiri pfeift und zeigt auf die Spielfeldmitte zum Wiederanpfiff.
-    Eckball: Der Schiri zeigt die Richtung der angreifenden Mannschaft und zeigt auf die 2m-Linie.
-    Spielende: Schlusspfiff und beide Arme nach außen führen.
Kurzfassung für Wasserballer
Es folgen die Unterschiede zum großen Sportspiel.

Die E-Jugend spielt:
-    teilweise auf einem kleinen, schultertiefem Spielfeld (etwa 15 m lang),
-    mit verkleinerten Toren (2 m breit und 0,90 m hoch),
-    mit verkürzter Spielzeit (zwei mal acht Minuten durchgehend),
-    mit kleinem Ball (Größe "Mini-Polo" in grün),
-    mit zwei Händen am Ball, aber ohne "Zwei-Hände-Wurf",
-    mit fünf Feldspielern, einem Torwart und Ersatzspielern,
-    ohne die Fünf-Meter-Linie und Strafwurffehler (5m),
-    ohne einen direkten Freiwurf (5m),
-    ohne die 30s-Regel,
-    ohne einen Ausschluss ohne Ersatz.
Zur Mini-Liga.